Der Kampf um die Impfung – quo vadis, Corona?

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Bereits im Januar hat Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann gefordert, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher bei der Impf-Priorisierung in die zweite Gruppe vorzuziehen. Mit dieser Forderung stieß sie verständlicherweise auch bei den Kollegen in den anderen Kultusministerien auf offene Ohren. Im Bund-Länder-Beschluss vom 10. Februar wurde Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dann beauftragt, diese Möglichkeit zu überprüfen. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache, und Baden-Württemberg kündigt die Impfterminvergabe für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher schon an, noch bevor die Corona-Impfverordnung offiziell geändert wurde.

Da momentan in den Medien, und noch mehr in den Social Media über die Impfung und die Impfstoffe diskutiert wird, möchte ich zu einigem gerne Stellung nehmen.

Die Verfügbarkeit von Impfstoff entwickelt sich derzeit genauso rasant, wie die eigentliche Pandemie. Nachdem nun Grundschulen und Kitas wieder öffnen, und aus diversen Gründen eine Maskenpflicht für diese Altersgruppe in Baden-Württemberg nicht vorgesehen ist, ist die Änderung der Impfreihenfolge unumgänglich.

Die Kinderbetreuung stellt einen elementaren Bestandteil unserer Infrastruktur dar und bedarf daher auch einer intensiven Betrachtung. Gerade die Erzieherinnen und Erzieher stellen eine der am meisten betroffenen Berufsgruppe dar. Sie haben aber schon lange das Gefühl, dass ihre Sorgen um die eigene Gesundheit in der öffentlichen Diskussion kaum Beachtung finden. Dabei sind doch gerade unsere kleinsten Mitbürger in einem Ausmaß auf Nähe und Zuwendung angewiesen, die die Umsetzung von Hygienekonzepten nur schwer möglich machen. Und auch unseren Lehrkräften wird sehr viel abverlangt, betrachtet man nur mal den Druck, den Lehrstoff trotz der Pandemie zu vermitteln.

Jetzt, wo der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca in großen Mengen verfügbar ist, bei den Menschen über 65 aber nicht eingesetzt werden kann, haben wir plötzlich deutlich größere Impfkapazitäten und können neben Krankenhauspersonal und Pflegekräften auch die Beschäftigten an Schulen und Kindertagesstätten berücksichtigen. Das schützt die Geimpften – und es unterstützt die Familien, wenn Schulen und Kindertagesstätten zuverlässiger arbeiten können. Und dadurch unterstützt es indirekt auch die Wirtschaft und schont unser Gesundheitswesen.

Diese Pandemie ist ein Dauerlauf und  kein Sprint. Und eine Anpassung der Strategie entlang der Strecke, in diesem Fall eine Neuausrichtung der Impfstrategie, ist kein Zeichen von Schwäche, Unsicherheit oder mangelnder Führung. Das Gegenteil ist der Fall. Die bisherige Strategie wurde unter anderen Umständen entwickelt und muss, genau wie alle anderen Maßnahmen, an die sich ändernden Gegebenheiten angepasst werden. Es gibt zahlreiche Gründe, warum die Kitas und Grundschulen nun schrittweise wieder öffnen– allen voran die psychische Gesundheit der Allerkleinsten. Aber die Erzieherinnen und Erzieher haben ebenso wie die Lehrkräfte ein berechtigtes Interesse daran, dass auch ihre Gesundheit geschützt wird. Ich begrüße daher diesen wichtigen Schritt.

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